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Polizeihistorische Sammlung übergeben
Polizeihistorische Sammlung übergeben
In Hamm gibt es die wohl größte Polizeihistorische Sammlung in NRW. Seit fast 50 Jahren wird sie von Polizeihauptkommissar a.D. Siegfried Paul gepflegt. Jetzt hat er die Aufgabe offiziell an seinen Kollegen Kriminalhauptkommissar Andreas Feldhaus übergeben.
PP Hamm

Das Polizeipräsidium Hamm hat die wohl größte Polizeihistorische Sammlung in NRW. Angefangen hat damit Polizeihauptkommissar a.D. Siegfried Paul im Jahr 1970. Erst sammelte er Ärmelabzeichen, dann Dienstmützen. „Schnell hatte ich mehr als 600 Mützen“, sagt der 75-Jährige. Da wurde ihm klar, dass er seine Sammel-Leidenschaft etwas einschränken muss. Von da an konzentrierte er sich auf die Polizeigeschichte Hamms. Seine Sammlung umfasst mittlerweile mehr als 80.000 Fotos, sämtliche amtlichen Bekanntmachungen seit 1921 und viele Unikate aus der Polizeigeschichte Hamms.

Ein eigenes kleines Museum

Am Dienstag, 27. März, hat Siegfried Paul seine ehrenamtliche Tätigkeit offiziell an einen jüngeren Kollegen übergeben. Kriminalhauptkommissar Andreas Feldhaus wird sich von jetzt an um die Exponate kümmern. Zu diesem Anlass brachten sie gemeinsame eine Neuauflage von Pauls Buch über die Hammer Polizei in der Weimarer Republik und dem Dritten Reich heraus. Das Buch sei keine wissenschaftliche Arbeit, sondern „ein Abriss der Geschichte der Polizei in Hamm von 1921 bis 1945“, so Feldhaus.

Derzeit bekommt die Polizeihistorische Sammlung im Polizeipräsidium ein eigenes kleines Museum. Hier soll die Polizeigeschichte Hamms thematisch geordnet werden. Ein Schwerpunkt wird sicherlich auch hier die Rolle der Hammer Polizei während des Nationalsozialismus sein. Dass man sich diesem Kapitel der Polizeigeschichte nicht verschließen darf, weiß auch Polizeipräsident Erich Sievert. Er hat die Sammelleidenschaft seiner Mitarbeiter stets unterstützt. „Alle Behördenleiter standen hinter mir“, sagt Paul. „Bevor irgendetwas weggeschmissen oder vernichtet wurde, durfte ich erst einen Blick darauf werfen.“ Und so wuchs Pauls Sammlung über fast 50 Jahre stetig an.

Das Interesse bleibt

Mittlerweile ist fast die gesamte Sammlung digitalisiert. Fotos und Dokumente wurden eingescannt. Andreas Feldhaus arbeitet an einem Katalog, in dem alle Stücke verzeichnet werden. Auch für ein neues Buch hat er schon Pläne. „Ich würde gerne die Zeit ab 1945 in einem Buch dokumentieren. Aber das ist eine enorme Arbeit“, sagt er. Material gäbe es dank Pauls Sammel-Leidenschaft genug. Auch er ist von der Idee einer Fortsetzung begeistert. Er wird seinen Kollegen sicher bei der Arbeit unterstützen. „Man kann das Interesse ja auch nicht einfach abschalten. Das bleibt“, sagt der 75-Jährige.

 

Das Buch „Polizei Hamm. Der Weg der staatlichen Polizei Hamm von der Weimarer Republik ins Dritte Reich“ ist ab sofort für 25 Euro im Polizeipräsidium Hamm erhältlich.

 

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